Kleine Fluchten – Winterwanderung zum Rabenkopf

Vor ein paar Tagen habe ich noch einen kurzen Moppedausflug gemacht, trockene Straßen, acht Grad – und die Straßen relativ leer. Sehr schön.

Zwei Tage später hat uns das Wetter dann auch im Süden der Republik mit Schnee beglückt, viel Schnee.
Und obendrauf gab’s dann richtig winterliche Temperaturen. -10 Grad. Was für ein Unterschied.

Ganz anders war dann auch unsere kleine Flucht aus der Pandemie. Ein Winterwanderbüchlein fand sich im Bücherregal und empfahl uns einen herrlichen Ausblick aufs Karwendelgebirge.

Die Wanderung beginnt in einem kleinen Weiler nördlich von Kochel namens Pessenbach. Das schien mir eine ruhige Wanderung zu werden, kein Massenansturm …

Herzogstand und Heimgarten im Süden

Schon der Blick vom Parkplatz aus Richtung Süden zeigt uns : eine gute Wahl !
Der Weg führt aber nach Osten – und da hat der folgende Anblick uns richtig Vorfreude bereitet.

Der Rabenkopf versteckt sich hinter dem Baum

Schon nach ein paar hundert Metern sind wir im Wald verschwunden und sofort ist es still und einsam und erholsam.

Der Weg führt erst mal ziemlich geradeaus, dabei stetig ansteigend und ist nicht wirklich gut zu gehen, viele Steine liegen unter ein paar Zentimetern Schnee versteckt – mit Rücksicht auf Knöchel und Gelenke gehen wir vorsichtig und daher etwas langsamer.
Und überhaupt der Schnee … wir hatten hier mit Schneemassen gerechnet und waren von einigen wenigen Zentimetern dann – naja, enttäuscht nicht, aber beeinflusst, die Schneeschuhe haben wir im Auto gelassen.

45 Minuten später sieht die Sache dann doch etwas anders aus. Noch mal zurück ? Die Schneeschuihe holen ? Es war schon kurz vor 12, nö, da müssen wir jetzt ohne Schneeschuh auskommen!

Herrlich.

600 Höhenmeter und knapp zwei Stunden später erreichen wir die – natürlich unbewirtschaftete – Ortererhütte am Rande eines baumfreien Hanges. Ein Weg ist nicht zu erkennen, der Track auf meinem Navy führt eindeutig in noch tieferen Schnee und in den Schatten. Wir wollen aber in der Sonne gehen und wählen daher den Weg durch die Mitte.

Der Hang sieht steil aus, das Ziel aber ist gar nicht mehr weit weg, den bewaldeten Kamm im Bild wollen wir noch erreichen, das muss doch zu schaffen sein !?

15 Minuten später ist der Punkt fast erreicht, an dem unser Track nach links in den Wald führt, weniger Schnee, weniger Steigung. Und dann in der Sonne sitzen und das Karwendel bewundern.

Ständig sinken wir in den tiefen Schnee. Die Wiese darunter muss sehr bucklig sein. Schweren Herzens brechen wir hier ab. Die Sonne beginnt auch schon hinter den Bäumen zu verschwinden. Und kalt ist es im Schatten ausserdem.

Fröhlich stapfen wir also abwärts zur Hütte, die noch in der Sonne liegt. Eine Bank gibts zwar nicht, aber einige Baumabschnitte gehen natürlich auch.

Ganz besonders gefällt uns das, was vor uns im Schnee liegt. Unsere (hier schon halb aufgefutterte) Brotzeit 🙂

dazu aus der Thermoskanne heißen Earl Grey mit Honig und einem Schuss Zuika, rumänischer Schnaps, der uns pur nicht schmeckt, aber aus dem Tee ein vorzügliches Getränk macht.

Der Rückweg war der Hinweg, runter gehts natürlich etwas schneller.
Aus dem Wald kommend kurz vor der Straße bietet sich uns ein herrlicher Blick über die Moorlandschaft im Loisachtal. Das war mir so gar nicht aufgefallen beim Aufstieg.

Hoffentlich bleibt das Wetter so schön. Dann könnten wir den gleichen Weg noch einmal gehen und die Schneeschuhe dabei haben. Und doch noch auf den Rabenkopf kommen.

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