An der Unstrut – Bauernkrieg

Nach einer herrlich ruhigen und kuscheligen Nacht auf unserem einsamen Campingplatz bei Heldrungen und einem köstlichen Frühstück am Zelt statten wir dem Ort noch einen Besuch ab. Ein Wasserschloss, eher eine Wasserburg, lockt. Aber umsonst – eine Besichtigung der Außenanlage ist wegen Corona nicht möglich.

Das ist schade – ganz in der Nähe ist eines der Highlights des Tages, eine Gedenkstätte der Bauernkriege. Es ist ein 12 km langer Abstecher nach Norden, an den südlichen Hang des Kyffhäusers bei Bad Frankenhausen.

Ganz schön anstrengend – bis zu 13% beträgt die Steigung

Thomas Müntzer und das 6000 Mann große Bauernheer verloren hier 1566 die große Schlacht vernichtend. Und das wird – geschichtlich weit ausholend – auf einem der größten Wandbilder der Welt in Ölfarben als Panorama dargestellt. Unbedingt empfehlenswert!

Ausschnitt aus dem Panorama

Rasant geht’s wieder runter auf den Unstrut-Radweg. Wir durchqueren ein Ried, aus dem Boden kommt hier salziges Wasser.

Viele Kilometer sind wir auf Deichen geradelt. Jetzt geht’s durch Salzwiesen – es ist wie an der Nordsee. Die kleine Unstrut und Deiche? Noch erstaunter schaue ich auf eine Hochwasserschutzanlage.

Offensichtlich gibt’s hier starke Fluten. Es ist ja alles flach und die Elbe ist nicht weit. Die vorgesehenen Überschwemmungsgebiete können über 30 Mio Kubikmeter aufnehmen!

In Artern finden wir ein schattiges Pausenplätzchen. Der Sommer hält noch durch, Temperaturen knapp unter der 30 Gradmarke fordern uns heraus.

Die Landschaft hat immer wieder etwas zu bieten. Sei es die Burgruine Wendelstein oder eine alte Schleuse am die Unstrut begleitenden Flutkanal.

Einen längeren Stopp legen wir in Memleben ein, das Kloster soll sehenswert sein. In der Ausstellung Das Sterben der Könige lerne ich, das hier das Herz von Otto I beerdigt ist, der Körper aber in Magdeburg. Aha. Warum? Weil der Transport des Leichnams nach Magdeburg 14 Tage dauerte und die inneren Organe die Verwesung beschleunigen .

Die Landschaft ändert sich. Der Lauf der Unstrut hat sich angepasst und fließt nun nach Süden.

Ein modernes Bauwerk durchschneidet das Tal. Die Bahn fährt nun wesentlich schneller nach Berlin.

Bei einem Kanuverleih in Karsdorf können wir nach 73 Kilometern unser Zelt aufschlagen . Herrlich nah an der ruhig dahinfließenden Unstrut.

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