Ostwärts – An der Unstrut

Nach 220 Kilometern Autobahn und weiteren 220 Kilometern Landstraße sind wir gestern in Mühlhausen in Thüringen angekommen. Die erste Hälfte – von Freising nach Bamberg – hat kaum erzählenswertes aufzuweisen. Von der zweiten Hälfte könnte ich ziemlich viel erzählen, von den Landschaften, den Dörfern und schönen Ausblicken, die zu Abstechern einladen.

Nein, ich beginne im Städtchen Mühlhausen/Thüringen. Hier gibt es einen WoMo-Stellplatz mitten in der Stadt, durch die auch die Unstrut fließt. Ideal gelegen für unsere Pläne.

Der Stellplatz liegt an der Stadtmauer, vorbei fließt ein kleiner Kanal – das war früher wohl die Art der Stadtreinigung. Gerade noch bei Tageslicht streifen wir durch die Altstadt, entdecken schöne (Fachwerk-)häuser und witzige Details.

Imposant ist die Marienkirche, eine von elf Kirchen in der Stadt. Bevor wir uns am morgen auf die Räder schwingen, schauen wir uns die Kirche von innen an.

Thomas Müntzer, Reformator und führende Persönlichkeit der Bauernkriege wurde 1525 nach der Schlacht bei Frankenhausen in Mühlhausen enthauptet. Projektion in St Marien.

Für die Stadt haben wir aber nicht so viel Zeit. Wir wollen ja die Unstrut bereisen und einen der schönsten Radwege Deutschlands genießen.

25 Kilometer sind es zur Quelle der Unstrut. Durch Auen und kleine Wälder führt der Weg langsam ansteigend fast immer entlang des jungen Flusses.

Auf den letzten Kilometern ging es doch noch recht heftig nach oben. 18% waren auf einer kurzen Strecke gerade noch fahrbar. Immerhin 380 Höhenmeter sind dabei zusammengekommen. Und dann standen wir vor der Quelle.

Trocken. Kein Rinnsal war zu erkennen. Ein viel zu trockener Sommer sorgt für ein bißchen Enttäuschung bei uns. Den Bäumen ringsum ist noch nichts anzumerken. Mögen ergiebige Regenfälle bald Abhilfe schaffen und die Quelle wieder sprudeln lassen.

Irgendwo muss aber doch Wasser aus dem Kefferhauser Wald kommen. Schon wenige Kilometer später ist die Unstrut ein Fotomotiv.

Mühlhausen hat uns nach unseren 50 Kilometern noch mit einem Kunstwerk der Sorte Kunst am Bau beglückt. Im Innenhof einer vielstöckingen Siedlung.

Einen kleinen Abstecher hatten wir am Anreisetag doch gemacht. Nur sechs Kilometer vor Mühlhausen lockte ein Schild mit dem Hinweis auf den Mittelpunkt Deutschlands, der nach der Wende 1989 aus dem Vogelsbergkreis nach Thüringen gewandert ist.

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Eine Antwort zu Ostwärts – An der Unstrut

  1. Brigitte Deutschmann schreibt:

    Ihr seid ja die besten Reiseführer. Muelhausen ist der Geburtsort meiner ehemaligen Schwiegermutter… Schoen etwas von der Stadt zu sehen. Ich bewundere Eure Reiselust und Energie sehr und ihr seid mir ein Vorbild. Denn Geist und Bewegung hält Euch gesund….Erhoffe noch schöne Berichte, von eurem Blog, Deutschland Richtung Osten… Herzlich, Brigitte

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