These shoes are made for walking … Tag 15 (Ershausen – Uder, 19 km)

Unser Gasthof ist ein altes Fachwerkhaus mit knarzender Treppe mit ausgetretenen Stufen. Und es riecht wie in dem alten Fachwerkhaus meiner Großeltern, die Treppen sind quasi identisch. Gleiches Holz, ausgetreten und die gedrechselten Treppenpfeiler sind ebenfalls gleich. Wir hatten am Abend mit der Wirtin etwas geratscht und ihr von unserem Faible für Eichsfelder Wurst erzählt. Es gab ein sehr schönes Frühstück 😊. Sie wiederum hat mir den Mund wäßrig gemacht. Der Bäcker nebenan würde so einen tollen Mohnkuchen machen ….

„Haben wir jeden Tag, nur heute leider nicht. Heute haben wir Schmandkuchen …“. Der war auch sehr lecker.

Wir verlassen also das schmucke Dorf und schauen mal, ob wir einen Unterschied zur Rhön finden. Die Felder sind schon sehr groß hier, es wächst fast überall Weizen.

Überall stehen Hochstände rum, da scheint es ein Problem zu geben. Ich hätte gerne gefragt, leider haben wir aber keinen passenden Gesprächspartner getroffen. Die Landschaft ist kaum zersiedelt, wir treffen kaum Leute (und das waren Wanderer und Spaziergänger).

Schon seit gestern Abend versucht Eva ihren Blog hochzuladen. Geht aber nicht, das Netz ist zu schlecht. Auch im Gasthof.

Immer wieder bleiben wir stehen, Tablet raus, Abbruch der Übertragung. Wir sind das ja schon gewohnt …

In den Wäldern treffen wir in erster Linie Buchen, manchmal geht’s durch Laubmischwälder. Zum Mittagspicknick treffen wir dann auf die als Highlight von mir angekündigten „Dieteröder Klippen“. Eine ca 1 km lange Klippenkante, die geschichteten Kalkplatten schauen hervor, die Vegetation in diesem Bereich ist vollkommen anders als drumrum. Kalkmagerrasen und Wacholderheiden bestimmen das Bild. Hier liegt ein Muschelkalkplateau auf über 500m Höhe, das an seinen Rändert seit Jahrmillionen abgetragen wird. Daher die Klippen. Enzian und Silberdistel sollen hier wachsen, das tun sie jedenfalls sehr versteckt 😀.

„Wie, das ist alles ?“ Eva schaut mich an. Hatte sie hier Rügenmäßig die Ostsee erwartet? Immerhin ist das Panorama schön. Im Süden Thüringer Wald und Rhön, im Westen der Höhe Meißner.

Ein sehr schöner Platz für eine kleine Pause nach 10 Kilometern. Der Abstieg ins Tal führt dann direkt „zur schönen Aussicht“, einem Ausflugslokal mit Blick auf die Klippen. Ein Kaffee wäre jetzt recht und dazu ein Stück Kuchen (im Angebot ist ein Feuerwehrkuchen, Kirschen, Baiser …) aber Eva überredet mich zur Wurstplatte. Wir sind doch extra im Eichsfeld, Wurstland!

Einige Kilometer gehen wir dann auf der alten Trasse der Bahnlinie Schwebda-Heiligenstadt, darauf sind wir schon gestern teilweise gegangen. Angenehme Steigungen und Gefälle, schattenspendende Bäume , wanderbares Deutschland.

Und dann stellen wir beide fest, dass unsere Füße meckern. Haben wir die 300-Kilometer-Marke gerade geknackt? Egal, es sind nur 9 Kilometer von den Klippen nach Uder, unserem Tagesziel. Das Südliche Eichsfeld haben wir damit durchwandert und die Leine erreicht.

Die kleinen Dinge am Rande waren heute für mich erstens die Erkenntnis, dass es auch hier noch bunte Feldraine gibt und zweitens ein geduldiger Hüpfer.

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Eine Antwort zu These shoes are made for walking … Tag 15 (Ershausen – Uder, 19 km)

  1. doeziblog schreibt:

    Hat dies auf Hin und weg rebloggt.

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