These boots are made for walking … Tag 10 (Wasserkuppe – Schwarzbach, 22 km)

Statistisch betrachtet gibt es an jedem zweiten Tag auf der Wasserkuppe Nebel. Es scheint heute ein zweiter Tag zu sein, denn der Berg ist eingenebelt. Macht nichts, wir wollen Wandern und nicht fliegen.

Schon nach unserem Frühstück sieht es ganz anders aus, nur 11° zwar, ich kann aber schon blaue Flecken am Himmel entdecken, das wird noch ein herrliches Wanderwetter heute. Der 950m hohe Gipfel hat einiges zu bieten, am auffälligsten ist das so genannte Radom, eine weithin sichtbare ehemalige RadarAnlage, heute noch eine Landmarke für die Sportfliegerei (Segelflieger, Drachenflieger …). Nicht weit weg ein Denkmal an gefallene Flieger des ersten Weltkriegs.

Tolles Panorama, keine Sonne. Loslaufen, warm werden. Wir kommen nicht weit, weil eine mir unbekannte Pflanze meine Aufmerksamkeit erregt. Ich habe sie mal Wollerbse genannt 😉

Noch mal ein Blick auf eine der welligen Flugplatzbahnen und wir gehen nun wirklich los. Diese Start/Landebahnen werden hier fast immer bergauf zum Landen, bergab zum Starten benutzt, ganz anders als an normalen Plätzen, an denen grundsätzlich gegen den Wind gestartet und gelandet wird. Sind eben besondere Bedingungen hier.

Der heutige Weg führt abwechslungsreich durch den noch nebligen Wald, über Wiesen mit Biorindern und vorbei an riesigen Beständen an Blutweiderich. An einer dieser Blutweiderichwiesen erfahren wir, daß Kiefernwald gerodet wurde um heimischen Laubbäumen eine Chance zu geben. Der Blutweiderich ist da also Platzhalter.

Im Wald gefallen mir zwei Bilder, die innigliche Verbundenheit zweier Bäume und das unterste der Wanderschilder – E6 werden wir uns merken …

Leider viel zu früh für unsere Mittagspause kommen wir zur Enzianhütte. Benannt ist sie nach dem Enzian, der hier wächst. Hätte man ja nicht erwartet. Die Terrasse bietet einen tollen Ausblick auf Hessen und die darüber kreisenden Milane. Na gut, eine Schorlenpause legen wir ein.

Neben der Laterne sehr gut zu erkennen ist die Milseburg. Dort werden wir dann zum späten Mittag sein. Auf dem Weg dorthin treffen wir endlich auf Rhönschafe. Hatten wir noch gar nicht gesehen (und auch auf keiner Speisekarte gefunden).

Der Aufstieg zur Milseburg ist steil und felsig, In Kurzform : ein tertiärer Vulkanausbruch brachte Alkalisches Magma an die Oberfläche , wo es von Buntsandsteinschichten gebremst wurde, erkaltete und so einen Phonolitkörper hinterließ. Erosionen führten dann zu riesigen Steinblöcken.

Auf diesem Felsbrocken stand schon in der Frühzeit eine keltische Befestigungsanlage. Von der ist kaum noch etwas zu sehen, erhalten aber ist die Gangolfskapelle. Das tollste aber ist die Aussicht. 100 km bei guten Bedingungen sind offenbar nicht selten. Wir haben das Panorama genossen.

Es gibt eine kleine Gaststätte neben der Kapelle. Leider ist heute Ruhetag, Donnerstags. Und wir haben erstmals keine Brotzeit dabei. Nicht schön, aber auch nicht tragisch.

Richtig schön war im nächsten Wald ein großer Ameisenhaufen. Unfassbar, wie viele Ameisen darin wohl leben? Der Weg drumrum jedenfalls war von unzähligen Tieren übersät.

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5 Antworten zu These boots are made for walking … Tag 10 (Wasserkuppe – Schwarzbach, 22 km)

  1. Outdoorsuechtig schreibt:

    Eine schöne Gegend! Überhaupt… die Rhön ist toll zum Wandern. Danke für den Bericht!
    Liebe Grüße aus Limburg,
    Jörg von Outdoorsuechtig.de

  2. doeziblog schreibt:

    Hat dies auf Hin und weg rebloggt.

  3. Brigitte deutschmann schreibt:

    Ich kenne euch als grossartige bergsteiger,z.b. marokko….und begeisterte reisende.trotzdem grossartige wanderungen und berichte.auch anregungen für paare die zeit haben(pension) und daraus etwas besonderes zu machen.durch strapazen,sich wieder neu zu entdecken und gemeinsam zu sehen,wie schön die welt ist.,seid herzlich umarmt,brigitte

    • zimjoa schreibt:

      Ja, die Zeit zu zweit ist herrlich. Mal ist sie ausgefüllt mit interessanten oder privaten Gesprächen und mal ist es so schön still, da können wir auch unseren Gedanken nachhängen. Lieben Gruß, Achim

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