Anfahrt

Ich bin mal wieder mit dem Mopped unterwegs. Diesmal aber nicht allein, dafür etwas länger als zum Beispiel hier. 18 Tage sind geplant für eine Motorradtour nach Griechenland.

Mit zwei schon aus Norddeutschland angereisten Freunden geht’s zur frühen Stunde am Sonntag knapp 100 Kilometer zum Treffpunkt mit der gesamten Truppe. Ein bisschen Autobahn und viel herrliche oberbayerische Landschaft bringen uns bei schönem Wetter nach Bad Aibling. Die Sommerhandschuhe waren dabei gerade noch ausreichend.

Es ist meine erste organisierte Motorrad Tour, das konnte ich mir nie so richtig vorstellen. Meine beiden Freunden haben mich da vor vollendete Tatsachen gestellt. „Wir fahren nach Griechenland. Kommst du mit?“

Ja. Allein will ich die lange Strecke auch nicht fahren.

Unsere Gruppe sind 8 Motorräder, der Tourguide Steffen ist da schon eingerechnet. Das ist überschaubar und ich fahre an Position vier. Sieht doch gut aus.

Die erste Tagesetappe bringt uns an die Adria. Die notwendigen Vignetten für Österreich und Slowenien kleben bereits am Mopped.

Autobahn, Grenze, Autobahn mit einigen Tunneln, nächste Grenze, nochmal Autobahn. Die Landschaft rauscht vorbei. Das kann ich bei tollem Wetter geniessen. Die Hitze und der Fahrtwind – das geht auch ganz gut.

Nur wenige Stopps und noch weniger Fotos später – spätestens in Slowenien möchte ich immer einen Fotohalt einlegen, geht aber nicht – verlassen wir bei Postojna die Autobahn. Und siehe da : Slowenien steht jetzt auch wieder auf der Reise-Liste. Sehr schön, sehr entspannt hier.

Kurz vor unserem Tagesziel Opatija überschreiten wir die Grenze nach Kroatien. Auch dieser Grenzübergang ist schnell erledigt . Nach insgesamt 570 Kilometern sind wir das allerdings auch.

Das Hotel bietet eine angenehme Erholungszone…

Montag. Fahren entlang der Adria, Augen öfter mal rechts über das blaue Meer. 430 Kilometer weit führt uns diese Etappe nach Süden. Es sind wieder viele Autobahnkilometer dabei, fast 200. Soviel Wald, so wenige Ortschaften.

Kaffeepause

Die gesamte Autobahn ist eingezäunt. Dafür gibt es ab und zu Querungshilfen für’s Wild. Schön sind die bebilderten Tafeln dazu : Wolf und Bär sollen sich im Land verteilen können.

Etwa auf Höhe vom Ort Omiš kommen wir wieder auf die Küstenstraße. Hier gibt’s einen der wenigen Fotostopps. Zu wenig, das finde ich sehr schade!

Die Küstenstraße ist natürlich gut frequentiert, manchmal ist das nervig. Etwas später als gedacht erreichen wir das Hotel an der Makarska Riviera, gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang.

Am Horizont die Insel Korcula

Dienstag. Kultur und viele Grenzübergänge sind mir im Kopf geblieben. Irgendwie kurios sind nur wenige Kilometer südlich von Makarska die Grenzen zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina. Die am Meer gelegene Stadt Neum ist der Meerzugang Bosniens, keine 10 Kilometer ist die Schneise, die die kroatische Küste unterbricht. Da muss zur Zeit jeder durch, der nach Dubrovnik will. Wir also auch. Da es EU-Aussengrenzen sind, kann der doppelte Grenzübertritt ganz schön Zeit kosten. Seit 14 Jahren wird an einer großen Brücke zur Halbinsel Peljesac gebaut – wie es aussieht, könnte sie bald fertig sein.

Der Ort Ston mit seiner Stadtmauer

Ston liegt auf der genannten Halbinsel und ist ein kulturelles Highlight. Hier wurde im 15. Jahrhundert die laut Touristinfo längste Stadtmauer Europa gebaut. Beim nächsten Besuch laufe ich auch hoch, versprochen. In den Motorradklamotten bei über 30 Grad wäre das ungesund gewesen…

Die Meerwassersalzgewinnung in Ston war im Mittelalter eine der wichtigen Einnahmequellen der Republik Dubrovnik.

Südlich des Bosnien-Korridors erreichen wir dann Dubrovnik, das nach Krieg und Erdbeben quasi wieder in altem Glanz steht. Ein junger Mann führt uns durch die Altstadt, nicht die dicken Mauern schützen uns vor dem Hitzekollaps sondern die hohe Dichte an Eisläden😁.

In der Altstadt

Weiter schlängelt sich die recht enge Küstenstraße südlich zur Grenze mit Montenegro. Was wird uns hier erwarten? Einerseits ein buntes Urlaubertreiben mit ziemlich dicken Yachten in den Häfen, andererseits viel alte Bausubstanz. Wir haben das Glück, in einem modernen Hotel in Budva mit einem Pool untergebracht zu sein 🌞.

Man weiß ja nie, ob die zufällig zusammengewürfelte Reisegruppe auch zusammen passt, dieser unberechenbare Punkt hielt mich ja von solchen Reisen ab.

Unsere Gruppe aber ist sehr homogen, tagsüber ist das Unterhalten naturgemäß schwierig , abends sitzen wir dann länger zusammen – da bleibt kaum Zeit zum Bloggen …

Mittwoch. Unser vierter Anreisetag. Wieder strahlender Sonnenschein. Und weil Sveti Stefan, das Inseldorf, so fotogen ist, wird schon nach 10 Minuten der erste Fotostop eingelegt.

Die Reise geht nun vom Anreise-modus langsam in den Wir-sind-im-Zielgebiet modus über. Ein Indiz dafür ist der Abstecher an den Skardarsko jezero, tolle Bergstrecke und ruhiges Käffchen mit Aussicht.

Wieder zurück auf der Küstenstraße schleichen wir mit dem Verkehr nach Ulcinj, ein netter Badeort im Süden Montenegros. Ein letzter Kaffee am Meer.

Nur ein paar Kilometer weiter passieren wir die Grenze nach Albanien. Weil es schneller geht nutzen wir die Fußgängerspur.

Albanien. Erste Eindrücke : viel (Plastik-)Müll am Straßenrand (da war es in Montenegro etwas weniger schlimm), Straßen löchrig. Und die Landschaft scheint noch rauher zu sein. 100 Kilometer noch mit viel Verkehr und Bildern, die mich an unsere Motorradtour vor 20 Jahren durch Rumänien erinnerten. Eselfuhrwerke, am Straßenrand grasende Kühe. Die Leute aber sind sehr freundlich .

Unser Tagesziel Krujë ist zumindest im höher gelegenen Teil aufgeräumt und touristisch ausgerichtet. Es gibt eine Burg, die das Nationalmuseum beherbergt, gute Hotels und tolle Ausblicke.

Vier Tage, ca 1500 Kilometer. Das war ganz kurz gefasst unsere Anreise.

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Um 23 Uhr 30 legt die Fähre ab

Nachdem es uns gestern auf der Suche nach einem Campingplatz auf die westlichste der großen Inseln, Vāgar, getrieben hat, müssen wir für die heutige Aktivität gar nicht anreisen. Unsere Wanderung beginnt in Miđvagur. Es sind vier Kilometer zum Felsen Trælanipa. Immer mit Blick auf den See Sørvagsvatn führt ein guter Weg über Wiesen (der Grundbesitzer lässt sich das fürstlich entlohnen) zum 142m hohen Felsen.

Ein schottisches Hochlandrind bewacht den Eingang

Von der Spitze des beeindruckenden Felsens haben wir einen schönen Ausblick auf den See, der fast bis ans Meer reicht.

Der See liegt 32 m über dem Meeresspiegel. Es kommt natürlich genauso, wie es kommen muss … am Ende gibt es einen Wasserfall.

Klein aber immerhin 32m Fallhöhe – Wasserfall aus dem See

Einen besonders schönen Wasserfall soll es ganz im Nordwesten der Insel beim Örtchen Gásadalur geben. Wir haben noch reichlich Zeit, nix wie hin. 18 Km nur über schöne Strecke mit Tunnel vor dem Ort.

Bevor wir uns den letzten Wasserfall dieser Reise anschauen, kehren wir im Dorfcafé in einem alten Haus mit grasgedecktem Dach ein. Von dort schauen wir auf bestimmt sehenswerte Felsen im Meer, die sich heute leider im Nebel verstecken. Spazieren wir also vom Dorf zum Wasserfallaussichtspunkt.

Jetzt bleibt uns nur die Fahrt nach Tørshavn, wir wählen den Weg über die knapp 400m hoch gelegene Passstraße. Der Wind bläst uns die Wolken vor die Windschutzscheibe, kaum Sicht. Von Aussicht können wir nur träumen.

Erst, als es zur Hauptstadt heruntergeht, verschwindet der Nebel. Tørshavn, Altstadt und Hafen. Uns bleibt noch Zeit für ein bisschen aufs Meer schauen und dann bringen uns 36 Stunden Überfahrt wieder auf den Weg nach Hause.

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Kleine Rundfahrt auf den Schafsinseln

Der Wecker klingelt um 0 Uhr 45. Verschlafen wird das Rollo hochgezogen und wir staunen. Es ist dunkel draußen, das sind wir ja gar nicht gewohnt von Island!

Kein Wunder ist geschehen, vor 14 Stunden ist die Norröna von Seydisfjörđur im Osten Islands ausgelaufen und erreicht nun Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer. Føroyar heißen die Inseln in der Landessprache und das heißt Schafsinseln.

In einer Reihe verlassen vier oder fünf Womos die Fähre, die Formalitäten sind kurz (wir werden freundlich durchgewunken) und los geht’s Richtung Campingplatz. Der Erste in der Reihe biegt nur wenige hundert Meter weiter in einen Parkplatz ein, alle hinterher, Rollos runter, weiterschlafen.

Als wir dann auch mal wach werden, sind alle anderen schon weg. Wir frühstücken aber erst einmal in Ruhe und gehen dann in die Stadt. Es ist regnerisch und kalt, auch das sind wir nicht gewohnt.

Tórshavn hat etwa 16.000 Einwohner, die Altstadt ist sehr klein. Einige der alten, grasbedeckten Häuser stehen noch und werden noch bewohnt. Moderne Kunst ergänzt das Ensemble.

Etwas oberhalb steht der 1788 errichtete Dom, die zweitälteste Kirche der Färöer. Sehr schön anzusehen!

Uns zieht es aber aufs Land beziehungsweise in die Fjorde. Wir haben drei Tage Zeit, die Inselgruppe kennenzulernen. Drei der Inseln sind ohne Fähre erreichbar, diese drei wollen wir uns anschauen. Die Hauptinsel Streymoy, auf der die Hauptstadt liegt, verlassen wir durch den erst vor einem halben Jahr eröffneten Eysturoytunnel. Er unterquert den Atlantik, enthält sogar einen beleuchteten und künstlerisch gestalteten Kreisverkehr.

Uns ist vollkommen bewusst, dass wir nur einen kleinen Eindruck von den Inseln gewinnen können, also versuchen wir das Beste. Die Insel Eysturoy, die zweitgrößte, betreten wir ganz im Süden und fahren erstmal an ihre südlichste Spitze nach Æduvik. Hier lockt ein kleines Sträßchen mit dem Hinweis, es wäre eine sehr schöne Strecke, das Schild zeigt eine stilisierte Butterblume, die Nationalblume.

Mit Blick auf den Atlantik, im Hintergrund erahnen wir die Insel Nólsoy, holen wir erstmal ein wenig Schlaf nach. Dann genießen wir Kaffee mit Aussicht.

Wo sollen wir anfangen? In einem Reiseprospekt hatte ich von einer Skulptur gelesen. Die schauen wir uns an. Die Fahrt dorthin lässt uns staunen. Einmal quer über die Insel, das heißt hier meistens an einem Fjord langzufahren. Die Straßen sind sehr gut, manchmal einspurig mit Ausweichstellen. Immer aber am Hang, denn die Färöer bestehen aus steilen Felsen, meistens mit Gras und Moos bewachsen. Und wo es geht, leben Menschen in kleinen Orten, die alle am Meer liegen. Bei dieser Fahrt sehen wir das noch gar nicht so genau, die Wolken hängen zu niedrig.

In Elduvik fast ganz im Norden der Insel und trotzdem nur 35 Kilometer entfernt freuen wir uns über das bessere Wetter und bestaunen die Skulptur Marmennil, die vom gleichnamigen Meermännchen erzählt, das den Fischern den Fischfang erschwerte.

Am anderen Ende des Ortes kommen wir zu einer Art natürlichen Hafen zwischen den Felswänden. Heute allerdings wird hier eher im klaren und ruhigen Wasser geschnorchelt.

Einen noch schöneren finden wir im Nahen Ort Gjögv, nur 3 km entfernt. Mit dem Auto sind es dann knapp 20 km, der Funningsfjord will umfahren werden.

Hier wollten wir eigentlich die Nacht verbringen. Am Ortsrand gibt es einen der insgesamt 16 Campingplätze. Der hier hat uns nicht gefallen, der nächste ist aber nicht weit. Der Weg nach Eiđi führt über einen herrlichen Pass, von dem man dann einen schönen Blick auf die Felsen Risin und Kellinigin hat.

Na gut, das ist in unserem Fall nicht sooo dolle. Besser haben wir die beiden am nächsten Tag gesehen, von der anderen Seite des Felsens. Unser heutiger Campingplatz liegt an der kleinen Bucht vor dem Fels im Bild. Es ist ein stillgelegtes Kunstrasenfußballfeld. Typisch für die Campingplätze hier. Es ist fast immer einfach ein freier Bereich, auf dem man sein Zelt und/oder Caravan aufstellen darf. Sehr rudimentär alles.

Nach einer sehr stürmischen Nacht mit Starkwind (70km/h) und dem Gefühl, auf einem Schiff zu schlafen, zeigt sich der Morgen sehr freundlich. Wir machen uns auf den Weg nach Tjørnuvik, 3 km Luftlinie entfernt. Mit dem Auto fahren wir 16km nach Süden, über die Atlantikbrücke auf die Insel Streymoy und wieder 16 oder 17 km nach Norden.

Tjørnuvik. Eine kurze Beschreibung in Bildern.

Heuernte
Kartoffeln!
Getrockneter Fisch

Hier gibt’s leider keinen Campingplatz. Sehr schade! Wir müssen über die halbe Insel nach Vestmanna fahren und haben kein Glück. Wegen Corona (es gibt auch auf den Färöern keinerlei Beschränkungen mehr) hat die Besitzerin ihren Platz geschlossen. Für uns heißt das – zum nächsten Camping fahren, in diesem Fall auf die nächste Insel nach Miđvagur. Dank eines weiteren Tunnels ist das kein Problem und wir bekommen sogar einen Stellplatz mit Meerblick.

Für heute muss das reichen, nur noch eins: Die Färöer leben zu 95 Prozent vom Fischexport (sagt der Platzbetreiber) und was da im Meer in den runden Behältern gezüchtet wird sind Lachse. Vorwiegend gehen die nach Russland und die USA. Wie gesagt – diese Info gebe ich ungeprüft weiter.

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Bless bless

Genau vier Wochen waren wir nun auf der Insel und nun ist unser letzter Tag angebrochen. Wir stehen seit dem frühen Nachmittag auf dem gesteckt vollen Campingplatz in Seyðisfjördur. Morgen um 10 Uhr wird unsere Fähre von hier auslaufen. Im Hafen von Seyðisfjördur Da die allermeisten IsländerInnen sehr gut Englisch sprechen, haben wir so gut […]

Bless bless
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Möđrudalur und Borgafjörđur

Von ganz oben im Norden zu einem der östlichsten Punkte Islands. Den ersten Teil hatte Eva hier beschrieben, von Raufarhöfn nach Möđrudalur. Dort, am Beginn eines alten Abschnitts der Ringstraße, ist ganz viel Landschaft und ein Dörflein mit Campingplatz. Der Ort ist Islands höchstgelegene, ständig bewohnte Siedlung, immerhin 485m hoch gelegen.

Über diese Berge führt die Piste
Campingplatz mit kleinem Dorf

Ganz großartig war der Blick auf die Königin der Berge Island, den 1682m hohen Tafelvulkan Herđubreiđ.

Wir haben auf die vielen Pistenkilometer durch die Einöde Möđrudalsöræfi verzichtet und sind auf der asphaltierten Ringstraße gen Osten gefahren.

Aber auch diese Strecke hat einiges zu bieten. Die Hochebene Jökulsdarheiđi liegt auf gleicher Höhe und ist ebenfalls meistens wüst. Da, wo Wasser fließt, finden sich natürlich auch Farben …

… insbesondere mit der Sonne im Rücken.

Die Ringstraße führt irgendwann nach Süden Richtung Egilsstađir,wir biegen auf die 925 ab, die uns teilweise rasant fallend nach Osten bringt. „Oh, ein Wasserfall!“ Einen Wasserfall hatten wir schon länger nicht mehr und dieser liegt direkt an der Straße.

Der Rjúkandafoss fällt in zwei Stufen 118m tief. Wir gehen etwa die Hälfte hoch, Foto gemacht und weiter geht’s. Zwei Mal wollen wir noch anhalten und Kirchen anschauen.

Die Torfkirche Geirsstađirkirkja aus der Wikingerzeit, also um 950 gebaut, kann besichtigt werden. Holz war knapp und wurde sparsam eingesetzt !

Die zweite Kirche wird uns vom Reiseführer als fotogen angepriesen. Also machen wir den ganz kleinen Abstecher (es sind nur 500 meter) und machen ein Foto.

Viel interessanter fanden wir kurz vorher den Wegweiser, der nämlich ungewöhnlicherweise mehr als nur Ort und Entfernung anzeigt.

Es folgen gut 20 Kilometer Piste

Bis fast auf Meereshöhe herunter führt die Straße in das Herađssandur genannte Flussdelta des Lagarfljot. Neu asphaltiert und mit vielen Kehren erreichen wir den Vatnsskarđ-pass. Wegen der herrlichen Aussicht legen wir hier eine Kaffeepause ein. Aber nur eine kurze, denn uns zieht es zum Felsen Havnaholmí.

Lundi ist der isländische Name für Papageientaucher. Hier brüten bis 7000 Paare, zu bewundern von Juni bis August.

Schon auf unserer Schottlandreise vor einigen Jahren hatten wir auf Puffins – wie sie auf Englisch heißen – gehofft. Da wurden wir enttäuscht.

Hier am Vogelfelsen erleben wir das Beobachterparadies. Die putzigen Vögeln sitzen vor ihren Bruthöhlen und sind kein bisschen scheu. Eine recht breite Holztreppe führt auf den Felsen und oben auf zwei Plattformen. Die Tiere sind nur ein paar Meter entfernt, manche weniger als einen.

Die Bruthöhlen sind bis zu einem Meter waagerecht in den Boden gebuddelt, was drinnen passiert bleibt für uns ein Geheimnis. Meistens scheinen sie vor der Höhle zu stehen, allein oder in Gruppen. Es gibt kein Geschrei wie bei den Möwen, die auch an diesem Felsen brüten. Selten hören wir so was wie kurzes Knurren.

Schwierig zu fotografieren sind An- und Abflug. Sie hüpfen quasi in den Abgrund, ansatzlos und ohne eine Regung vorher. Sie fliegen schnell bis knapp übers Meer zu ihrem Futtergebiet. Kommen sie mit Futter im Schnabel wieder, landen die meisten punktgenau vor ihrer Höhle. Das müssen sie auch, weil die Möwen ständig versuchen, Beute zu machen.

Und weil ich mehr als nur ein Foto gemacht habe – kommt hier noch eine kleine Galerie.

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Ganz viel Wasser

Was für ein Gegensatz! Wir frühstücken auf einer grünen Wiese an einem Bach. Es ist der Campingplatz Grimsstađir an der Ringstraße, hier beginnt die Piste mit der Straßennummer 864 nach Norden zum Dettifoss.

Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir die 28 Kilometer Ruckelei zum Wasserfall und weitere 25 zur nächsten asphaltierten Straße nehmen sollen oder nicht. Der Zufall hilft uns bei der Entscheidung. Die Straße 864 , so steht es auf der Straßenzustandsberichtseite Road.is , ist im nördlichen Teil gesperrt. Wir fahren westlich des Flusses Jökulsá ā fjöllum auf der asphaltierten 862. Die Landschaft wird sehr schnell zur Steinwüste.

Nur 600 Meter weiter, immer dem Rauschen bzw dem markierten Fußweg folgend, stehen wir an einem der größten Wasserfälle Europas, dem Dettifoss. Die Fallhöhe beträgt 44 m, es rauschen pro Sekunde gigantische 200 Kubikmeter Wasser über die Kante. Das seien 85 Megawatt Leistung, steht im Reiseführer.

Dettifoss

Sehr beeindruckend. Man komme von der anderen Seite viel näher ran und, weil der Wind meist von Osten weht, wird man auch nicht nass. Genau so sieht es auch aus. Die Gischt ist gewaltig – und tatsächlich bekommen wir an bestimmten Aussichtsplattformen einiges ab.

Viele Fotos später ziehen wir einen knappen Kilometer weiter flussaufwärts, zum Selfoss.

Selfoss

Hier rauscht genauso viel Wasser runter, allerdings nur 10m tief. Die Wände der Schlucht fallen senkrecht ab und das setzt sich die nächsten 30 Kilometer nach Norden fort.

Bei Asbyrgi hat sich ein riesiges Flussdelta entwickelt, durch das der Fluss ganz ruhig Richtung Grönlandmeer fließt. Das Besondere aber ist eine hufeisenförmige Schlucht westlich des Flusses. Die Asbyrgi-Schlucht entstand vor einigen tausend Jahren, als riesige Wassermengen aus dem Vatnajökull-Gletschergebiet angerauscht kamen und die Schlucht „erarbeiteten“.

Asbyrgi-Schlucht. Im Hintergrund die Abbruchkante, im Vordergrund Eva auf einem standhaften Fels.

Wir übernachteten auf dem Campingplatz, der sich am Beginn der Schlucht befindet. Noch am Abend haben wir die einstündige Wanderung hinauf gemacht, und fanden erstmal nichts so wahnsinnig interessant. Eine schöne Wanderung mit Aussicht eben.

Dieser Fels steht inmitten der Hufeisenschlucht

Auf einer Karte sehe ich, dass am Ende der Schlucht ein kleiner See ist. Den besuchen wir am folgenden Morgen. Drei Kilometer sinds bis zum Parkplatz. Ein kleiner Spaziergang durch ein Birkenwäldchen …

… und wir stehen am See und der Felswand.

Jetzt verstehen wir, warum die Schlucht zum Vatnajökull-Naturpark zählt. Sie ist ja eine direkte Folge einer extremen Abschmelzung.

Die Wanderung zur oberen Abbruchkante heben wir uns für’s nächste Mal auf, die Ausblicke müssen ja phänomenal sein. Mit einem Panoramafoto versuche ich, die Ausmaße der Schlucht darstellen zu können.

Der scheinbar kleine Felsen im Hintergrund, im Panorama-Bild im linken Drittel, ganz weit weg, ist der gestern Erwanderte. Steht man unten davor macht er schon richtig was her. Wie ein Schiff in der Brandung.

Wir fahren weiter nach Norden. Raufarhöfn ist die nördlichste Siedlung Islands. Die Straße dorthin führt uns an dem schon erwähnten Delta des Flusses entlang.

Der Fluss von links nähert sich sich dem Meer

Raufarhöfn liegt nur 14 km südlich des Polarkreises. Das merken wir beim Aussteigen, am frühen Nachmittag zeigt unser Thermometer nur noch 13 Grad. Kurze Hose und T-Shirt wandern sofort in den Koffer.

Es ist nicht nur kalt hier, es gibt auch kaum Tourismus. Eine Idee wurde geboren und seit 2002 wird an der Ausführung gearbeitet.

Raufarhöfn

Arctic Henge (oder Heimskautsgerđiđ) heißt das Bauwerk am Rande des Ortes. Zur Zeit stehen das zentrale Tor, immerhin 10m hoch, und vier Tore mit 6m Höhe, die genau nach Norden, Süden, Osten und Westen ausgerichtet sind. Genau, der Name Arctic Henge ist an das berühmte Stonehenge in England angelehnt. Es ist noch viel zu tun in Raufarhöfn, denn die Baupläne sehen einen Steinwall mit 50m Durchmesser vor und noch weitere Bauten, die zu der Astonomischen Sicht Themen der Mythologie beisteuern sollen. Unter http://www.arctichenge.com gibt es weitere Informationen.

Ein schönes Foto zum Ende dieses Blogs wäre natürlich ein Sonnenuntergang, fotografiert durch das nördliche Tor. Da hat mir das Wetter aber einen Streich gespielt. Es gibt nur ein sonnenloses Foto…

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Kunst in Grundafjörđur, Snæfellsnes, Island

Vor etwa einer Woche hatten wir Grundarfjörđur auf der Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands besucht. In meinem Blogbeitrag findet sich das folgende Bild.

Wir hatten uns den Sonnenuntergang kurz nach Mitternacht angeschaut und auf dem Rückweg zum WoMo dieses Kunstwerk neben der Kirche gefunden.

Auf meine Anfrage nach Informationen zu diesem Kunstwerk hat die Stadtverwaltung schnell geantwortet und einen Link geschickt.

Es sind zwei Kunstwerke!

Sýn, das Ensemble mit der Statue, steht für das Leben der Fischer. Das Hauptelement ist die Statue, eine Fischersfrau. Sie steht auf einem Basaltblock, der die Halbinsel Snæfellsnes darstellt. Das dritte Element stellt den Berg Kirkjufell dar (im Foto im Hintergrund). Aufgestellt wurde dieses Werk der Künstlerin Steinunn Þórarinsdóttir am isländischen Tag der Fischer 1989.

112 Wörter für denWind wurde erst vor einigen Wochen enthüllt, am 4. Juni 2021, dem isländischen Tag der Fischer. Sólrún Halldórsdóttir hat 112 der über 130 bekannten Wörter für Wind sortiert nach der Windstärke niedergeschrieben. Besonders für Fischer können starke Winde gefährlich werden. Die Künstlerin hat genau diese Anzahl an Worten gewählt um eine Verbindung zur isländischen Notrufnummer 112 herzustellen.

Das wollte ich doch noch nachreichen.

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Hop on Hop off am Myvattn

Blick auf den Myvatn Das ideale Fortbewegungsmittel wäre hier das Fahrrad. Einmal rum um den verwunschenen See mit den vielen Inselchen und Buchten wären nur 40 Kilometer, und man könnte problemlos an jeder Sehenswürdigkeit anhalten. Wir haben unsere Räder nicht dabei und machen deshalb eine Hop on Hop off-Tour mit unserem Bus. Alle paar Kilometer […]

Hop on Hop off am Myvattn
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Das Glück der Erde … ja, wo liegt es denn?

Ein gutes Frühstück ist schon mal eine prima Grundlage, wenn man sich auf die Suche macht nach dem Glück auf Erden.

Wir sind in Dalvik, das gehört schon zur Region Norđurland Eystra, den Nordosten der Insel. Es ist Hochsommer, ein sonniger Tag liegt vor uns. Wir haben natürlich ein Etappenziel, das wollen wir uns eher gegen Abend anschauen, dann seien nicht so viele andere Touristen da (steht im Reiseführer) 🤔. Und so haben wir erstmal viel Zeit.

Irgendwie bekommen wir mit, dass es hier die Möglichkeit zum Reiten gibt. Liegt denn nicht das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde? Wir rufen an und bekommen einen Termin, 13 Uhr. Großartig.

Ich bin 48 Jahre nicht auf einem Pferd gesessen, das wird spannend! Bless, so heisst das Pferd, ist sehr ruhig und trägt mich gelassen durch die tolle Landschaft.

Sehr schön, der Ausritt. Die Tölt-Strecke war leider recht kurz, den typischen Islandpferdegang konnte ich nur ganz kurze Zeit genießen. Ob für mich nun allerdings auf dem Rücken des (Island-)pferdes das Glück liegt, möchte ich bezweifeln.

Ein Stück weiter südlich, im Örtchen Hauganes, finden wir Entspannung im Hotpot direkt am Meer. Eva hat auch das Meer ausprobiert, das Thermometer zeigt über 20° im Schatten. Dem Meer ist das aber egal, es bleibt bei 9°, da kann ich nicht rein. Eva hat sich im Hotpot dann doch wohler gefühlt, glücklich.

Am Ende des Fjordes liegt Islands viertgrößte Stadt Akureyi. Bei diesen Ampeln müssen die 19000 Bewohner doch glücklich sein! Die beschauliche Stadt kann mit einer außergewöhnlichen Kirche und einem schicken Kulturhaus am Hafen punkten.

Ein netter Stopp, keine großen Glücksgefühle bei uns.

Es gibt in Island die Geschichte von Þorgeir, der im Jahre 1000 die schwere Aufgabe hatte, zu entscheiden, ob die Isländer zum Christentum übertreten sollen. Er entschied sich dafür, schlug das als Gesetzessprecher des Alting in Þingvellir vor und als sein Vorschlag angenommen wurde, soll er seine heidnischen Götterbilder in den Wasserfall Goďafoss geschmissen haben, daher hat er den Namen Götterwasserfall. Liegt nun das Glück der Erde in diesem Wasserfall? Oder im Christentum?

Keine Ahnung!

Wir genießen den Anblick der Wasserfälle, ich bin glücklich, weil ich mal wieder meine Drohne wenigstens kurz benutzen konnte und denke mir, dass zumindest das eigene Glück im eigenen Tun liegt.

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Vom Versuch, einen Blick auf einen Wal zu erhaschen

Whale watching, also Wale beobachten, ist hier oben in Nordisland eine beliebte Touristenattraktion. Auch eine meiner Freundinnen, die schon hier war, schwärmte mir davon vor und erzählte, wie sehr sie von ihrer Begegnung mit diesen Tieren beeindruckt war. Das wollen wir uns natürlich auch nicht entgehen lassen, also Tour buchen und los. Um kurz nach […]

Vom Versuch, einen Blick auf einen Wal zu erhaschen
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