Watt’n Tag!

Ein Tag, der mit einem morgendlichen Lauf und einem feinen Frühstück am Wattenmeer beginnt, muss ein guter werden. Glückselig sitzen wir mit unserem Kaffee am Bus, lauschen den Möwen und lassen den Blick übers Grau vor uns schweifen. Zwar hat es nur 11 Grad, aber das passt schon für Nordsee im Mai. Immerhin regnet es […]

Watt’n Tag!
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Undercover in Niedersachsen

„Ich bin absoluter James Bond Fan“ sagt die Dame am Campingplatz als sie uns die Kurkarten aushändigt. „Sie haben die Nummer 007“ und freut sich.

Heute morgen am östlichen Ufer der Elbe am Hafen von Lenzen müssen wir schon beim Frühstück eine Entscheidung treffen : nehmen wir gleich die kleine Fähre über den Fluss oder doch lieber die Brücke in Dömitz?

Wir entscheiden uns für die Brücke und freuen uns schon nach ein paar Kilometern über ein braunes Schild, wir spielen das Spiel von gestern ( https://doeziblog.wordpress.com/2021/05/14/den-braunen-schildern-hinterher/) weiter. Die „Festung von Dömitz“ steht drauf.

Dömitz auf einem Trafohäuschen

Dömitz hat gut 3000 Einwohner und einiges zu bieten. Eine ziemlich große Kirche (unbesichtigt), eine Musikkneipe (unbespielt), viele Fachwerkhäuser und ganz viel Geschichte.

Die Bühne ist bereit. Die Corona-inzidenzen sinken. Da kann es ja bald losgehen…
Dömitzer Fachwerk.

Um 1560 ließ Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg die Festung in der Grundform eines gleichmäßigen Fünfecks zur Sicherung der Elbübergänge und des südwestlichen Zipfels Mecklenburgs errichten. Ach ja, Zoll wurde natürlich auch erhoben.

Auf dem Weg zur Elbe wird dann auch noch die neuere Geschichte in Erinnerung gerufen. Bis November 1989 konnten sich die Einwohner nur eingeschränkt bewegen, von dem Übergang über die Elbe konnte sowieso nur geträumt werden.

Auf der anderen Seite der Elbe erwartet uns das Wendland, das mit dem Widerstand gegen ein atomares Endlager berühmt wurde. Kleine Dörfer, Landwirtschaft und Wälder prägen die jetzt ruhige Gegend. Bei Lüneburg – eine wirklich sehenswerte Stadt, die aber nirgends mit einem dieser braunen Schilder beworben wird – kommen wir wieder auf eine Autobahn. Auch auf dieser Strecke sehen wir keine Hinweise der gesuchten Art.

Es wird auch langsam Zeit für einen mittäglichen Imbiss, am liebsten an einem schönen Platz. Der Shell-Autoatlas bietet ein gelb hervorgehobenes kleines Seengebiet südlich von Buxtehude an, die Appelbecker Seen.

Ein schönes Plätzchen für unsere Mittagspause am Appelbecker See.

Wieder im Auto müssen wir über das weitere Vorgehen mit eventuell auftretenden touristischen Schildern nicht diskutieren, wir sind uns einig : endlich ans Meer, einfach durchfahren. Es gibt hier wunderbare Moore, die ich schon lange besuchen möchte. Beste Besuchszeit ist doch Herbst, oder ?! Also schnell vorbei an Bremen, kurz vor Bremerhaven unterqueren wir die Weser und dann sind wir auch bald auf Budjadingen, der Halbinsel zwischen Weser und Jadebusen.

Der kleine Hafen von Fedderwardersiel

In Niedersachsen gibt es zur Zeit folgende Coronaregeln : Camping erlaubt, aber nur für Einheimische, sprich Niedersachsen. Essen innen nur für Hotelgäste. Essen außen möglich. Und generell ist ein maximal 24 Stunden alter Schnelltest Vorraussetzung.

Gleich am Stellplatz neben dem Hafen gibt’s die Schnelltestmöglichkeit.
Leckerer Pannfisch auf der Restaurantterrasse.
Die Nordsee ist gerade gut besucht!
Wir stehen direkt am Meer.

Die Leute hier sind äußerst nett und hilfsbereit. Die Bedienung brachte uns mit dem Bier einen Zimmerschlüssel mit, falls wir lieber drinnen sitzen wollten. Und die Übernachtung? Auch wenn unser Auto ein FS vorne dran hat, ich bin und bleibe einfach ein Göttinger.

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Den braunen Schildern hinterher

Frühstück am Linumer Hafen Auf das Frühstück mit Aussicht hatte ich mich schon am Vorabend gefreut. Kleine Boote schaukeln nur drei Meter von unserer Frühstückstafel entfernt auf dem Wasser; Erinnerungen an den vergangenen September, als wir hier gemütlich vom Strandkorb aus Tausende von Kranichen am Himmel beobachten konnten, werden wach. Brutstätten für Flussseeschwalben Von ihnen […]

Den braunen Schildern hinterher
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Vom Oderbruch zu den Linumer Teichen

Nieselwetter in Chorin. Die Nachtigall in der nahen Hecke sorgt auch heute wieder für die Frühstücksmusik, es ist herrlich.

Trotzdem zieht es uns weiter. Westwärts. Das Wetter spricht eher für viel im Auto sitzen, jetzt einfach losfahren und gucken, wann der Regen aufhört, gefällt uns aber garnicht. Da fällt Eva etwas sehr Nettes ein, ein schon lange geplantes Reisespiel nämlich. Man fährt auf der Autobahn und folgt jedem der braunen Schilder, die etwas Besonderes anpreisen.

Die A11 ist nicht weit weg. Kaum sind wir drauf, geht es auch los. Kloster Chorin – kennen wir sehr gut. Schiffshebewerk Niederfinow – sehr beeindruckend war unser Besuch vor zwei Tagen und die kulinarische Versorgung hat auch gepasst. Also weiter.

Ok, Joachimsthal und der Kaiserbahnhof – da ist ja auch Geschichte dabei. Die Schorfheide war beliebte Jagdgegend bei Kaisern, Königen und Staatsmännern. Auch Kaiser Wilhelm kam mit seiner Jagdgesellschaft per Bahn in sein Revier und da sollte der Bahnhof schon ein schmucker sein. Heute kann man hier Heiraten und Geschichten lauschen.

Nur wenige Kilometer entfernt (aber nicht auf der Autobahn angepriesen) steht das Biorama, ein ehemaliger Wasserturm, der zum Wohnturm umgebaut wurde und von einer Aussichtskanzel gekrönt wird. Der Ausblick über den Oderbruch … der Blick ins Wohnzimmer am oberen Ende des Turmes … sehr schön.

Daneben steht die Weiße Villa. Sie lockt uns mit einer Ausstellung mit Werken von Lara Azul. Das zweistöckige Haus hat keine Zwischendecken, die nackten Wände tragen das Dach. Die Kunstwerke kommen umso besser zur Geltung.

Wieder auf der Autobahn geht’s auch gleich wieder runter. Die historische Altstadt von Bad Freienwalde an der Oder ist ausgeschrieben, also für uns Pflichtprogramm.

Der Altstadtkern von Bad Freienwalde
Sankt Nikolai, wir hatten Glück und konnten hinein
Wunderbarer Innenraum mit Empore und bestimmt hörenswerter Orgel

Es gibt oberhalb des Stadtkerns noch ein Schloss. Es ist zumindest von außen recht schlicht. 1909 erwarb der Industrielle, Schriftsteller und liberale Politiker Walther Rathenau das 1799 von Friedrich Wilhelm III gebaute Schloss. Der Reichsaußenminister jüdischer Abstammung wurde im Juni 1922 von Rechtsradikalen ermordet.

Das Schloss

Ein Tipp der netten Dame im Touristenbüro: wir könnten uns doch noch das Fontane-Haus anschauen, keine zwei Kilometer entfernt in einem Örtchen namens Schiffsmühle.

das Fontane-Haus

Ein schönes, altes Dreizimmerhaus mit Gegenständen der Zeit und einem Modell der Schiffsmühle. Hier verbrachte der Vater von Theodor Fontane die letzten 12 Lebensjahre – und Theodor kam jährlich zu Besuch.

Normalerweise könnte man Kaffee und Kuchen in der Gartenlaube genießen, gerade wegen Corona aber leider nicht. Wir haben aber alles dabei. Mit weitem Blick auf den Oderbruch gönnen wir uns eine Pause.

30 Kilometer sind es wieder zurück zur Autobahn. Immerhin können wir trotz Feiertages leckeres Abendessen am Straßenrand einkaufen, soviel Kultur verlangt nach gutem Essen!

Wir beschließen, für heute die braunen Schilder (sollten noch welche kommen) zu ignorieren. Als aber doch noch eines dasteht und der Abstecher nur 4 Kilometer beträgt, sind wir tapfer und konsequent. Die Stadtmauer von Bernau !

Das Steintor in Bernau. Die Stadtmauer geht noch ganz um die Altstadt.
Sozialistische Musterstadt, viele alte Häuser konnten nicht erhalten werden.
Buntes, ausgleichendes Trafohäuschen.

Schnell waren wir wieder auf der Autobahn, bald wechselten wir von der A11 auf die A10. Und hier war dann wirklich Schluss mit den touristischen Schildern, eine lange Baustelle verbarg alle Schilder.

Bei unserer Kaffeepause hatten wir schon über einen schönen Stellplatz für die Nacht gegrübelt. Und erinnerten uns an Linum https://doeziblog.wordpress.com/2020/10/14/kraniche-umkreisen/ .

Den Abschluss des Tages, ja, ein weiteres Highlight, ist unser Abendessen – Beelitzer Spargel mit Kartoffeln und leckerer Olivenöl-Wein-Sauce.

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Fünf Kilometer hin, fünf Kilometer her

Auf dem Parkplatz beim Kloster Chorin Große Sprünge machen wir nicht in diesen Tagen. Nach drei Tagen auf dem Parkplatz beim Kloster Chorin, wo wir entspannt und ungestört stehen konnten (und uns die Nachtigall am Abend ein Konzert gab!), zogen wir fünf Kilometer weiter auf den Ökohof Engler im Choriner Ortsteil Serwester. Achim hatte herausgefunden, […]

Fünf Kilometer hin, fünf Kilometer her
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Ganz viel Natur in der Schorfheide.

Nach langem Coronabedingtem Warten konnten wir mal wieder losfahren. Ein Fernsehbericht hat uns davon überzeugt, in die Schorfheide nordöstlich von Berlin zu fahren.

Na gut, sofort los ging’s dann doch nicht, es gab ein Problem mit dem Wohnauto. Das Problem war aber sehr schnell – nur drei oder vier Tage hat’s gedauert – gelöst.

Mit einem Zwischenstop in Kallmünz nördlich von Regensburg …

Kallmünz – immer wieder herrlich

… und einem in Rehau bei Hof (hier wussten wir von einem offenen Stellplatz) erreichten wir das Kloster Chorin am zweiten Tag nach zusammen 740 Kilometern.

Aber nicht das Kloster hat uns hierher gelockt, sondern der große, private Parkplatz. Auf dem stehen wohl immer ein paar Womos und wir jetzt auch. Perfekt für autarke Fahrzeuge. Der wichtigste Grund aber ist natürlich das Biosphärenreservat Schorfheide/Chorin. Die Schorfheide war jahrhundertelang DAS Jagdrevier für Könige und deutsche Politiker, was dafür sorgte, dass dieses große Waldgebiet ein großes Waldgebiet bleiben durfte.

Immerhin 14 Kilometer war unsere Wander-Runde durch den aufgeräumten und schön kühlen Wald lang.

Neuer Tag, neue Aktivität. Diesmal hatten wir uns eine Runde mit dem Rad ausgesucht, am Klostersee hatte ich das Schild Zisterzienserrunde – 66 km gesehen und im Internet den Gpx-Track gefunden. Diese war Runde war sehr abwechslungsreich und wirklich ein echtes Highlight!

Erstmal durch den Choriner Wald. Nicht immer waren die Wege so schön, es gibt hier eine Menge holpriger, gepflasterter Wege.
Das Schiffshebewerk Niederfinow ermöglicht Schiffen von der Oder in das Havel/Elbe-Gebiet zu kommen. 36 m hoch wird der 85m lange und 12m breite Trog gehoben.

Eine Besichtigung war Corona-bedingt leider nicht möglich. Eine Currywurst mit Pommes und einer Faßbrause hat uns aber schnell darüber hinweg geholfen 😁

Ab sofort steht der Oder-Neiße-Radweg auf meiner ToDo-list…
Immer wieder zu hören – hier auch mal gesehen : ein Kranich

Wir waren nur kurz an der Oder, viel zu kurz. Bald tauchen wir wieder ein in die bunte Welt der Dörfer und – mit Umweg zum Einkauf – zurück nach Chorin.

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Zum Kaffeetrinken nach Solnhofen

Wir stehen noch auf dem WoMo-Stellplatz an der Altmühl in Eichstätt. Gestern waren wir mit den Rädern nach Osten unterwegs, heute nach Westen. Die Innenstadt von Eichstätt lassen wir links liegen, ist ja eh alles geschlossen.

Die City liegt ja eher rechts 🙄, links thront oben auf den Felsen die Willibaldsburg.

Wir bleiben aber auf dem Altmühltalradweg. Nach nur wenigen Kilometern erreichen wir Obereichstätt. Ein Hinweisschild macht uns neugierig, der Alf Lechner Skulpturenpark lockt! Ein ehemaliges Eisenhüttenwerk ist Heimat von über 50 seiner zum Teil monumentalen Stahlskulpturen. Leider können wir nur ein paar Blicke auf das Gelände werfen, wie in allen anderen Museen ist auch hier gerade kein Besucherverkehr.

Flach führt uns der Radweg mal direkt am Fluss, mal durch die breiten Auen Richtung Dollnstein.

Die Altmühl mäandert sehr ausgeprägt. Im inneren Bogen ist dann wenig Platz, der Radweg passt dann nicht mehr zwischen Fels und Fluss. Mehr als einmal  müssen wir ganz schön strampeln …

Kurz vor Dollnstein kommen wir am Burgfels vorbei. Ein Eldorado für Bergsteiger.

Ein Bergsteiger ist schon am späten Vormittag unterwegs.

Hinter Dollnstein, eigentlich schon ganz nah an Solnhofen, passieren wir eine Felsgruppe, die auch mal einen Namen bekommen hat: die 12 Apostel. Schön anzusehen und oben verläuft der Altmühltalpanoramawanderweg. 200 km lang und ehe wir uns versahen, stand er schon auf der To-do-Liste. Da müssen wir nur noch auf offene Gasthöfe warten.

Nur ein paar Minuten später stehen wir am Fossilienmuseum in Solnhofen.

Der Wegweiser zum Steinbruch lässt uns kalt, lieber würden wir irgendwo Kaffee und Kuchen ergattern. Die nahe Klosterbäckerei ist geschlossen. Ein Einheimischer sagt „gleich ums Eck ist ein offener Bäcker“. Nichts wie hin!

Und einen schönen Sitzplatz haben wir auch gefunden.

Nach 34 Kilometern drehen wir hier um, gleiche Strecke, gleiche Sehenswürdigkeiten. Nur in Eichstätt lassen wir uns – sozusagen aus Versehen – durchs Zentrum leiten. Sehr Barock, sehr unbelebt. Immerhin ein Heiliger hat mir gut gefallen

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Kleine Fluchten – Radeln an der Altmühl

Der Wetterbericht verspricht – zumindest tagsüber – frühlingshaftes Wetter. Also los.

Das Wohnauto ist schnell gepackt, für zwei oder drei Tage ist das ja auch nicht so aufwändig 😊. Noch die Räder hinten drauf und ab geht die Post.

Wir sind optimistisch, die Sonne kommt bestimmt

Ich fahre gerne Landstraße, Eva, die beste Ehefrau von allen, mag gerne etwas schneller ankommen und nimmt gerne die Autobahn. Heute fahre ich und deswegen dauert die Anreise eben etwas länger. Bei 90 Kilometern ist das aber ok, oder ?

Wir fahren direkt zum Figurenfeld bei Eichstätt. Dort stehen seit über 40 Jahren die steinernen Plastiken des Eichstätter Künstlers Alois Wünsche-Mitterecker und wir haben sie erst jetzt entdeckt…

Vom Parkplatz kommend werden wir von einer einzelnen Figur empfangen. Ach, so zerstreut stehen die Plastiken?

Nein. In einem Kessel liegen und stehen die Figuren, als Mahnmal für die Ewigkeit, eine Mahnung vor dem Krieg. Sehr ergreifend …

Auf dieses Kunstwerk sind wir nur gestoßen, weil wir einen schönen Platz für die Nacht gesucht haben und der Parkplatz bei dem Figurenpark im Netz empfohlen wurde. Der Parkplatz hat uns dann doch nicht gefallen. Nun stehen wir direkt an der Altmühl auf dem offiziellen Womoplatz von Eichstätt.

Es ist früher Nachmittag nach dem Kaffee. Auf die Räder! Der Altmühlradweg liegt ja direkt vor uns. Heute fahren wir ostwärts.

Die alte Brücke bei Pfünz
Auf stillen Nebenstraßen und Radwegen folgen wir der Altmühl.

Das Tal der Altmühl ist hier besonders breit. Die Donau hat lange Zeit an dem Flußbett gearbeitet. Erst vor ca 80.000 Jahren hat sie beim jetzigen Kloster Weltenburg die Felsen durchbrochen und überlässt nun das Tal der viel kleineren Altmühl.

Die Kraft der Donau zeigen sehr schön diese Dolomitfelsen, unter denen 5 Karstquellen hervorquellen.

Das immerzu 10 Grad warme Wasser, immerhin 35 Liter pro Sekunde, fließt aber schon auf der anderen Seite der Straße in die Altmühl.

Und nicht weit weg, am Rande von Arnsberg, gibt’s einen Eisautomaten. Ein echtes Highlight.

Schöne Felsen tauchen immer mal wieder aus den Hängen auf. Auf diesem hatten schon die Römer einen Beobachtungsturm errichtet.

Nur ein paar Kilometer später bei Böhming mit seiner auf dem Gelände eines römischen Kastells errichteten Kirche drehen wir um. Die Sonne wird bald untergehen und die Temperaturen lassen merklich nach.

Wir halten noch ein paar mal an, einige Geocaches möchten gefunden werden, die Handschuhe werden gebraucht.

Ein Blick zurück auf Arnsberg mit seiner Burg und dann freuen wir uns nur noch auf’s Wohnmobil – das ist nämlich vorgeheizt.

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Kleine Fluchten – Winterwanderung zum Rabenkopf

Vor ein paar Tagen habe ich noch einen kurzen Moppedausflug gemacht, trockene Straßen, acht Grad – und die Straßen relativ leer. Sehr schön.

Zwei Tage später hat uns das Wetter dann auch im Süden der Republik mit Schnee beglückt, viel Schnee.
Und obendrauf gab’s dann richtig winterliche Temperaturen. -10 Grad. Was für ein Unterschied.

Ganz anders war dann auch unsere kleine Flucht aus der Pandemie. Ein Winterwanderbüchlein fand sich im Bücherregal und empfahl uns einen herrlichen Ausblick aufs Karwendelgebirge.

Die Wanderung beginnt in einem kleinen Weiler nördlich von Kochel namens Pessenbach. Das schien mir eine ruhige Wanderung zu werden, kein Massenansturm …

Herzogstand und Heimgarten im Süden

Schon der Blick vom Parkplatz aus Richtung Süden zeigt uns : eine gute Wahl !
Der Weg führt aber nach Osten – und da hat der folgende Anblick uns richtig Vorfreude bereitet.

Der Rabenkopf versteckt sich hinter dem Baum

Schon nach ein paar hundert Metern sind wir im Wald verschwunden und sofort ist es still und einsam und erholsam.

Der Weg führt erst mal ziemlich geradeaus, dabei stetig ansteigend und ist nicht wirklich gut zu gehen, viele Steine liegen unter ein paar Zentimetern Schnee versteckt – mit Rücksicht auf Knöchel und Gelenke gehen wir vorsichtig und daher etwas langsamer.
Und überhaupt der Schnee … wir hatten hier mit Schneemassen gerechnet und waren von einigen wenigen Zentimetern dann – naja, enttäuscht nicht, aber beeinflusst, die Schneeschuhe haben wir im Auto gelassen.

45 Minuten später sieht die Sache dann doch etwas anders aus. Noch mal zurück ? Die Schneeschuihe holen ? Es war schon kurz vor 12, nö, da müssen wir jetzt ohne Schneeschuh auskommen!

Herrlich.

600 Höhenmeter und knapp zwei Stunden später erreichen wir die – natürlich unbewirtschaftete – Ortererhütte am Rande eines baumfreien Hanges. Ein Weg ist nicht zu erkennen, der Track auf meinem Navy führt eindeutig in noch tieferen Schnee und in den Schatten. Wir wollen aber in der Sonne gehen und wählen daher den Weg durch die Mitte.

Der Hang sieht steil aus, das Ziel aber ist gar nicht mehr weit weg, den bewaldeten Kamm im Bild wollen wir noch erreichen, das muss doch zu schaffen sein !?

15 Minuten später ist der Punkt fast erreicht, an dem unser Track nach links in den Wald führt, weniger Schnee, weniger Steigung. Und dann in der Sonne sitzen und das Karwendel bewundern.

Ständig sinken wir in den tiefen Schnee. Die Wiese darunter muss sehr bucklig sein. Schweren Herzens brechen wir hier ab. Die Sonne beginnt auch schon hinter den Bäumen zu verschwinden. Und kalt ist es im Schatten ausserdem.

Fröhlich stapfen wir also abwärts zur Hütte, die noch in der Sonne liegt. Eine Bank gibts zwar nicht, aber einige Baumabschnitte gehen natürlich auch.

Ganz besonders gefällt uns das, was vor uns im Schnee liegt. Unsere (hier schon halb aufgefutterte) Brotzeit 🙂

dazu aus der Thermoskanne heißen Earl Grey mit Honig und einem Schuss Zuika, rumänischer Schnaps, der uns pur nicht schmeckt, aber aus dem Tee ein vorzügliches Getränk macht.

Der Rückweg war der Hinweg, runter gehts natürlich etwas schneller.
Aus dem Wald kommend kurz vor der Straße bietet sich uns ein herrlicher Blick über die Moorlandschaft im Loisachtal. Das war mir so gar nicht aufgefallen beim Aufstieg.

Hoffentlich bleibt das Wetter so schön. Dann könnten wir den gleichen Weg noch einmal gehen und die Schneeschuhe dabei haben. Und doch noch auf den Rabenkopf kommen.

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Eröffnung der Saison

Januar, Corona. Viel Spazierengehen, meistens in der näheren Umgebung.
Viel Kochen und Backen , das ist gut für die Seele.

Und heute habe ich mich dann endlich mal wieder aufs Fahrrad gesetzt.
Grau in grau das Wetter, ein kleines Minuszeichen vor der aktuellen Temperatur.
Macht nichts, mir fehlt die Bewegung mit/auf meinem Fahrrad.

Bei Komoot habe ich eine interessante Strecke gefunden, meistens auf Radwegen und die sind ja geräumt.

Erstmal südlich aus dem Ort raus, dann doch mal auf den Isarradweg, ein paar Kilometer die Fähigkeiten der aufgezogenen Reifen (Schwalbe G One) im Winter testen.

Fazit : geht erstaunlich gut, naja, ist ja auch ein Gravelbike :-).
Ist aber recht langsam und die Augen von der Strecke nehmen – ach nee, lieber nicht.

Bei nächster Gelegenheit also doch wieder auf den Straßenbegleitenden Radweg, kurz vor Ismaning, da waren schon 15 Kilometer auf dem Tacho.

Von da an lief es dann ziemlich gut. Am Speichersee (Vogelparadies zu den Vogelzugzeiten) vorbei, in Feldkirchen abbiegen, nordöstlich (oh schön, etwas Rückenwind) in Richtung Erding. Die Radwege sind frei und fast immer vorhanden. Sehr gut.

Nach 31 Kilometern (ungefähr der Hälfte der geplanten Strecke) erinnere ich mich an die Banane, die in der hinteren Jackentasche auf ihren Einsatz wartet.
Wunderbarerweise ist gerade ein großer BMW-Händler an der Pausenposition 🙂

Ein bißchen die Beine vertreten (an der großen Fensterfront, hinter der die teuren Reise-Enduros auf Käufer warten, das Auge isst mit). Solche Geräte wie auf diesem Plakat sind aber definitiv nicht meine Sache.

Meine kleine Kawasaki muss sich wohl noch eine Weile gedulden ….

Heute bin ich sowieso ganz auf Fahrradfahren eingestellt. Die zweite Hälfte der Tour ist erstmal die deutlich schnellere. Die Dorfdurchfahrten ausgenommen bewege ich mich ausschließlich auf Radwegen. das ist herrlich!

Nur zehn Kilometer später meldet sich mein Körper. Das Sitzfleisch muss sich erst wieder an diesen kaum vorhandenen Sattel gewöhnen und die Zehen beschweren sich über die eisige Luft. Klar, ich fahre mit meinen normalen Fahrradschuhen, ohne Clicksystem wäre das ja sonst nix. Die sind aber für den Sommer konzipiert … und die darübergezogenen Neopren-Überschuhe sind eben nur für 40 Kilometer ausreichend.

Da muss ich also durch.

Und wenig später steht dieser Wegweiser am Wegesrand. Ja, jetzt in die Therme, in die Sauna! Das wäre es. Da würde ich anschliessend auch gerne nochmal 40 oder auch 50 Kilometer radeln.

Ist aber nicht drin, Corona lässt grüßen.

Der Wind kommt nun direkt von der Seite, ein bißchen stärker in die Pedale treten, den Luftwiderstand verringern. Na, geht doch. Die kalten Zehen sind vergessen.

Eine Zeit lang kann ich mehr Tempo machen, schön dahin rollen. Dann kommt die Kreuzung in Notzing, die Ampel steht auf rot, der Wegweiser „Nach Hause 16 Kilometer“ zeigt nach links.
Also nach Westen, also gegen den Wind.
Immerhin komplett auf guten Radwegen.

Unten auf der Karte kann man meine Geschwindigkeit ungefähr ablesen : blau ist langsam, rot ist schnell.

Und – immerhin – grün ist schneller als blau 🙂 .

Glücklich ausgepowert komme ich rechtzeitig zu Kaffee und Kuchen nach Hause.
60 Kilometer unter 3 Stunden, da bin ich zufrieden, die Fahrradsaison 2021 hat ja gerade erst begonnen !

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