Heimwärts

Drei Tage für die Heimfahrt. Jeden gute 200 Kilometer, ein bisschen links und rechts der Strecke die Landschaften entdecken.

Tag 1 der Fahrt gen Süden. „Was ? Du warst noch nie am Drachenfels ?“ Eva schüttelt ungläubig den Kopf.

„Das holen wir heute nach“. Erstmal raus aus dem Revier-Großraum und hinein in die Täler und Wälder des Siebengebirges. Diese Gebirge ist ja nicht wirklich groß, aber eindeutig vorhanden.

Und steil aufragend ! Der Drachenfels erhebt sich über 300 m hoch über den Rhein. Steil. So steil, dass früher Esel als Aufstiegshilfen angeboten wurden. Seit 1883 (!) kann man sich sogar mit der Drachenfelsbahn, einer Zahnradbahn, in 10 Minuten hochfahren lassen.

Die aktuellen Bahnen sind aus den 1950er Jahren

Bis zu 20 % bewältigt die Bahn, respektabel ! Vom Parkplatz am Königswinterer Freibad sind wir zu Fuß gegangen. Eine ziemlich steile 30 minütige Wanderung … die dann mit schönen Ausblicken belohnt wird.

Blick nach Süden
Blick nach Norden. Im Vordergrund das Schloß Drachenburg

Am Drachenfels lebte ein riesiger Drache, dem die Bauern zur Besänftigung täglich ein Menschenopfer brachten. Eines Tages sollte eine schöne Jungfrau geopfert werden. Die Frau, eine Christin, zeigte keine Angst vor dem Drachen. Als der Drachen näher und näher kam, zog sie das Kreuz, das sie um den Hals trug, hervor und streckte es dem Drachen entgegen, woraufhin dieser vor Schreck vom Felsen in den Rhein fiel. Oder so.

Und dann gibt es auch die Nibelungensaga, die hier auch einen Schauplatz hatte. Sehr verwirrend alles.

Nach Osten blickt man auf das Siebengebirge.

Das Siebengebirge vermittelt uns Ruhe, Gelassenheit und Erholung. Könnten wir ja mal durchwandern 🙂

Weiter geht’s durch den Westerwald (herrlich, kommt auch auf die Liste) und wir landen auf einem schönen Campingplatz in Diez an der Lahn. Die Stadt muss sehenswert sein, wir lassen uns aber lieber nur im Schatten nieder. Morgen früh konnen wir ja auch noch in die Stadt schauen.

In der Nacht kühlt es ab, der Morgen bringt grauen Himmel. Keine Lust auf Stadt. Ganz im Gegenteil. Wir beschliessen nämlich, den gestrigen Plan über den Haufen zu werfen. Wir fahren direkt nach Hause.

Mit einem kleinen Päuschen in Sommerhausen südlich von Würzburg. Dort hatten wir vor ein oder zwei Jahren ein paar schöne Tage verbracht. Dort ist es schön.

Die Kirche (als Bauwerk) hat mich zum Stauen gebracht, noch nie hatte ich die Orgel über dem Altar gesehen! Ist doch nicht üblich , oder ?

Die Kirche (als Institution) hat mich in Sommerhausen ebenfalls erstaunt. Mit dem folgenden Plakat.

Aha !

Wir haben uns dann mit guter Musik und wenig Verkehr auf die restlichen 250 Kilometer gemacht. Erstaunlich – das war heute richtig entspannt. Liegt vielleicht auch am Reisetempo, unser Wohnauto ist ja schon etwas betagt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 3 Kommentare

Großstadtoasen

Hin und weg

Das Ruhrgebiet, liebevoll auch Kohlenpott oder einfach Pott genannt, ist für manches Klischee gut. Die Sprache etwa ruft gern mal Spötter auf den Plan. Schantal, tuste mal dat Mäh ei machen gibt es mittlerweile sogar auf Ansichtskarten. Das Gerücht, dass sich hier jeder von Currywurst mit Pommes Schranke ernährt, hält sich ebenso hartnäckig. Und der Dreck, alles grau in grau, ne. Nee. Vorbei die Zeiten.

Wir sind in Duisburg und haben die Großstadtoasen entdeckt. Wahrscheinlich nur einen Bruchteil von denen, die es gibt. Aber die waren umso schöner.

Unser Campingplatz im Süden der Stadt liegt in der Nähe der Sechs-Seen-Platte, einem Naherholungsgebiet voller Wald und Wasser.

Turtle and Tiger heißt die begehbare Achterbahn-Skulptur auf einer ehemaligen Halde im Duisburger Süden, die 2011 errichtet wurde. Wer die Stufen bis zum Looping erklimmt, wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Das Besteigen der Skulptur ist zurzeit aber leider nicht möglich, weil der…

Ursprünglichen Post anzeigen 248 weitere Wörter

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Sechsunddreißig Jahre

Sechsunddreißig Jahre ist es nun her, daß Kempen am Niederrhein (fast) meine zweite Heimat geworden ist. Klar, die Liebe. Wir waren hier so oft zu Besuch – ich kenn mich hier aus wie in meiner Westentasche 🙄

Nach sechs Jahren sind wir wieder mal zu Besuch. Hat sich viel verändert? Nein. Wir gehen durch die Stadt und finden die Sehenswürdigkeiten so wie immer.

Das Kuhtor, die Schulstraße, die Mühle im Altstadtring, die Burg und Thomas von Kempen

Für uns die Attraktion schlechthin aber ist nach wie vor der Marktplatz. Unter Linden sitzt man gemütlich beim Eis, den Leckereien aus dem Imbiß oder einem Pils aus der Sportsbar. Das Kino ist leider noch geschlossen – aber sonst lebt es sich gut in Kempen.

Immer gut gefüllt – der Marktplatz

Um die Stadt rum gibt’s natürlich viel Land, viel flaches Land. Und auch rundum haben wir unsere Lieblingsplätze, die wir auf einer knapp 50 Kilometer langen Radtour anschauen.

Unsere Tour, die wir im Uhrzeigersinn fuhren

Zuerst ging’s nach Süden. Das ehemalige Haus der (Schwieger-)eltern anschauen, eine kleine Runde durchs Viertel namens Kamperlings und dann durch die Felder nach Westen.

KK ist das Auto-Kennzeichen für Kempen. Kemp’sche Kappesbure war die sprichwörtliche Bezeichnung dafür, weil die Bauern eben sehr viel Kohl anbauen.

Radwege gibt es hier wie Sand am Meer. Radfahren ist hier Alltag und demnach auch anerkannt, die Autofahrer nehmen entsprechend Rücksicht- sehr angenehm. Die Nähe zu Holland – die Stadt Venlo ist nicht mal 20 km entfernt – hat wohl auch das geniale Radwegesystem mit numerischen Punkten hier etabliert.

Westlich von Grefrath steigt das Gelände tatsächlich an, von 35m auf 82m üNN. Ob Eiszeit oder Vulkan – egal. Oben auf der Hinsbecker Höhe steht zwar kein Gipfelkreuz aber eine schöne Windmühle. Und daneben reift das Getreide (das aber auch hier nicht mehr mit Windkraft gemahlen wird)

Im Ortskern von Hinsbeck konkurriert der Vereinsbaum heftig mit dem Kirchturm.

Wenig später erreichen wir die Krickenberger Seen, die sind schön anzusehen.😉

Aber nicht nur die Landschaft ist toll. Ein Highlight war es immer, wenn wir einen Ausflug zu Toni’s Bauerncafè gemacht haben. Den Abstecher (in die Mitte der Tour) haben wir uns natürlich gegönnt ☕🍰

Kempen ist immer wieder eine Reise wert. Auf der oben gezeigten Karte unserer kleinen Tour sieht man noch eine kleine Schleife am rechten Rand. Das ist keine Stadtrundfahrt. Das ist der Besuch eines Fabrikverkaufs. Früher hat die ganze Stadt geduftet, heute scheint die Filtertechnik wesentlich besser zu sein. Kein DeBeukelaer-Geruch mehr. Aber immerhin der Werksverkauf…

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Nach Belgien zum Wandern

Das Hohe Venn steht schon lange auf unserer Liste. Heute fahren wir hin, denn es ist nur noch 60 Kilometer von uns entfernt. Es ist eine 600 km² große, schildförmig gewölbte Hochfläche zwischen Deutschland und Belgien, die sich nordwestlich an die Eifel anschließt. 133 km² liegen in Deutschland, der Rest in Belgien. Große Flächen sind als Hochmoor ausgebildet, wovon sich auch der Name ableitet: […]

Nach Belgien zum Wandern
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Ein Quadratkilometer Eifel

Alles dreht sich heute um das Schalkenmehrener Maar. Vor rund 10500 Jahren ist das Maar nach einer Dampfexplosion entstanden und hat sich dann mit Wasser gefüllt. In nächster Nähe gibt es noch weitere Vulkankessel mit Maaren, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar. Die beiden liegen aber nicht in dem heute „erwanderten“Quadratkilometer.

Das Schalkenmehrener Maar mit dem Gipfelkreuz

Ein Gipfelkreuz ohne Gipfel? Ja, denn es ist auch ein Maarkreuz, wie die Tafel am Stein neben dem Kreuz erzählt.

Auf meinem Weg um das Maar herum habe ich einige Eindrücke gesammelt. Größere Tiere, kleinere Tiere ….

Und vom östlichen Rand sieht man die Vulkanform noch am ehesten.

Einen großen Teil des Tages haben wir einfach den schönen Blick aus der zweiten Reihe genossen.

Unser Wohnauto mit schönem Blick

Die Plätze in der ersten Reihe waren ja auch besetzt 😀

Zu Kaffee und Kuchen haben wir uns mit Esther und Thomas getroffen, die aus Wittlich zu Besuch kamen. Sehr liebe Menschen, die sich ebenso in Nepal engagieren wie Eva. Kennengelernt haben sich die drei in Pokhara. Ein schöner und unterhaltsamer Nachmittag. Wir sehen uns wieder!

Nach dem Abendessen musste ich noch einmal losziehen, irgendwie hatte ich das Gefühl, ein oder zwei Fotos fehlen doch noch.

Spiegelung im Maar

Auf dem Weg zum Maarkreuz habe ich einen kleinen Abstecher gemacht, höchstens 200m, nicht mehr.

Ein Blick über den Tellerrand – ähm Kraterrand – kann ja nicht schaden.

Das Weinfelder Maar

Das Foto, für das ich noch einmal los gegangen bin, zeigt auch nur noch einmal das Maar mit Kreuz. Lediglich die Perspektive ist etwas anders.

Noch schöner wäre eine Luftaufnahme aus größerer Höhe, aus einem Flugzeug heraus. Das ist zumindest am Wochenende hier auch leicht realisierbar, denn nördlich (in dieser Ansicht im Rücken) schließt sofort ein kleiner Sportflugplatz an. Da habe ich vor 10 oder 11 Jahren meinen ersten Flug in einem Ultraleichtflugzeug gemacht. Toll war das!

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

In der Vulkaneifel

Heute lassen wir es langsam angehen. Nach einem ausgedehnten Frühstück legen wir ganze 60 Kilometer bis zum nächsten Campingplatz zurück. Wir fahren von der Mosel in die Eifel und stellen unser Wohnauto am Schalkenmehrener Maar, also an einem Vulkansee, auf. Heute ist ja Sonntag, da gehört doch eine ordentliche Kaffeetafel dazu. Und zu unserem Campingplatz […]

In der Vulkaneifel
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Zum Moselblick bei Bremm

Mit unserem Wohnauto stehen wir auf einem Moselcamping bei Burgen, ca 30 Kilometer von Koblenz entfernt.

Die Mosel wollen wir uns mit dem Fahrrad erobern, ist ja alles flach hier. Als Ziel hatten wir den Weinort Bremm ausgeguckt. Die Strecke, so denken wir , ergibt sich ja von allein. Eine Strecke auf der Hunsrück-Seite, zurück auf der Eifel-Seite.

Die ersten Kilometer führt uns der Moselradweg direkt an der Bundesstraße entlang. Das Tal ist eng und die Hänge steil. Auch wenn hier die Trennung von Pkws und Rädern Sicherheit vermittelt, ist dieser Abschnitt der Tour der unangenehmste.

Noch vor dem nächsten Ort wird das besser, Radweg und Straße verlaufen getrennt. In Treis-Karden, das ist der nächste Ort, ignorieren wir die Brücke und stehen am Ortsende vor einer Entscheidung.

Wechseln wir doch die Flussseite oder radeln wir über eine Bergstrecke, die Moselschleife auslassend? Dass es einen Wanderweg am Fluß gibt sehe ich, aber wer weiß, ob Fahrradfahren dort Spaß macht?!

So entscheiden wir uns für die Bergstrecke. Hier gibt’s keine Fotos. Warum? 2 Kilometer mit durchgehend 10% hoch, auf der anderen Seite mit bis zu 14% wieder runter. Unser Glück dabei: eigentlich war die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt. Keine Autos. Ging für uns ohne Probleme.

Von da an gab es keine Steigungen mehr. Die Radwege sind hier durchwegs klasse, führen auch mal durch einen Campingplatz und Ortschaften mit Cafés,  Restaurants und Weingütern. Sehr gut gefällt uns Beilstein, auch der WoMoStellplatz wäre eine gute Alternative. Das Bild habe ich vom anderen Moselufer aufgenommen.

Nach Bremm ist es dann auch nicht mehr weit, bis hierhin waren es 38 Kilometer. Ich will unbedingt ein Foto von der Moselschleife machen, Eva lieber ins Café.  Für das Bild habe ich eine kleinen Spaziergang gemacht, viel zu steil zum Radfahren fallen die Weinhänge hier zur Mosel ab – bis zu 65 Grad beträgt das Gefälle, das ist Rekord!

Die Moselschleife bei Bremm

Es gibt noch einen höher gelegenen Aussichtspunkt. Den habe ich mir gespart – mit Fahrradschuhen mit metallenen Clics dran war mir der enge Steig zu rutschig.

Die Rückfahrt wurde dann viel länger! Die große Schleife über Cochem verlängerte die Strecke auf 48 km. Aber alles schön flach und bei strahlendem Sonnenschein. Auch hier muss man ab und zu neben der Straße fahren. Soviel war aber nicht los und die Landschaft gleicht das locker wieder aus.

Cochem

Nach 85 Kilometern setzen wir uns erstmal in die Sonne und genießen einen Wein. Herrlich…

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Lore, leih mir Dein Herz

Stundenlang wetteifern heute zwei Ohrwürmer um meine Aufmerksamkeit. Der eine, der leichten Muße zugehörig, Lore, Leih mir Dein Herz und sei lieb zu mir, dann Lore leih ich Dir auch meins dafür. Ein ewig alter Karnevalsschlager, mit dem ich als gebürtige Rheinländerin groß geworden bin. Der andere Text gehört eher zur schweren Muse, stammt von […]

Lore, leih mir Dein Herz
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Wandern an Rhein und Wisper

Auf der Internetseite unseres Campingplatzes Suleika gibt es eine schöne Luftaufnahme, meine Drohne muss im Naturschutzgebiet am Boden bleiben.

Gestern sind wir oberhalb des Rheins marschiert, ab und zu mal einen Blick auf selbigen erhaschend. Vom höchsten Punkt, den ich erreicht habe, immerhin 444m hoch, war die Aussicht – wetterbedingt – ja, getrübt.

Gestern bei der Anfahrt hatten wir eine bessere Sicht

Heute stand eine Wanderung auf unserem Programm, die in einer Sendung des Hessischen Fernsehen hoch gelobt wurde. Der Wispertalsteig. Allerdings wurde im Film etwas getrickst, wie wir nun wissen. Zwischendrin wurde mal in einem Restaurant Tausendundein Geschmäcker gegessen und am Schluß des Films gab’s ein Picknick mit Rheinblick. Das Restaurant muss in Lorch sein und das Picknickplätzchen darüber. Auf der 15 km langen Wanderungen jedenfalls gab es nur unsre Brotzeit und sehr viel Wald .

Aber sehr schön!

Wiesen, Felder, Hecken, Felsen, Wälder

Interessant wurde es beim Sauerbrunnen Werkerbrunnen. Werkerbrunnen ist eine Ortsbezeichnung, ein Sauerbrunnen ist ein Brunnen, der kohlensäurehaltiges Wasser hervorbringt.

Dieses über 200 Jahre alte überdachte Brunnengebäude besitzt zwei Brunnenschächte , die Öffnungen jeweils ca 60×60 cm. Über die Tiefe gibt es dort keine Angaben.

Auch ein weitere, interessante Örtlichkeit ist unbeschrieben. Es gibt einen Geocache , der sich mit dem Gebiet beschäftigt. Und auch auf Youtube gibt’s was. Na ja.

Uns sind nur die Treppen aufgefallen, waren aber nach 14 Kilometern nicht mehr agil genug für weitere Erkundungen.

Irgendwo zwischendrin flatterte ein Schmetterling herum und setzte sich auf ein welkes Blatt. Vielleicht entfaltet er ja seine Flügel und zeigt sich in seiner ganzen Schönheit. Nein, wollte er nicht. Aber eine neugierige Schwebfliege habe ich erwischt 😀

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Überm Rhein

Gut, dass dies hier eine Einbahnstraße ist. Wäre es keine und jemand käme mir entgegen, würde ich stehen bleiben und mich nicht mehr vom Fleck rühren. Denn die Alternativen, den Bus gegen eine Felsmauer zu setzen oder mit ihm die Weinterrassen hinabzupurzeln und im Rhein zu landen, sind nicht wirklich erstrebenswert. So aber schaffe ich […]

Überm Rhein
Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar